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Autoreninterview mit Achim Wiederrecht

Achim Wiederrecht, *1949 in Kassel, war 45 Jahre im Justizdienst. 1996 begann er mit dem Schreiben. Seit dem 1. Januar 2019 ist er als Selfpublisher tätig. Nach einem Kurzgeschichten- und Lyrikband ist Katharina – Wir haben doch uns sein erster Roman. Achim Wiederrecht lebt mit seiner Frau in Fuldabrück (Nordhessen).

Lieber Achim, du hast im Mai 2019 deinen ersten Roman, „Katharina. Wir haben doch uns.“ veröffentlicht. Wie hast du dich gefühlt, als du den Roman endlich in den Händen gehalten hast.

 

Es war ein sehr schöner Moment. Ich konnte gar nicht schnell genug das Paket öffnen, um endlich das erste eigene geschriebene Buch in den Händen zu halten. Das ist schon sehr bewegend. Da schießen die Glückshormone in die Höhe. Eine Belohnung für über ein Jahr intensive Arbeit, mit Geld gar nicht zu bezahlen.

 

Erzähle doch bitte kurz, worum es in deinem Roman geht.

 

Es geht um Katharina. Eigentlich eine brave und immer "Ja"-sagende junge Frau. Doch als sie ihre beste Freundin tot im See auffindet, wird ihr klar, dass sie etwas ändern muss. Raus aus der Firma ihres Vaters und endlich ein anderes Leben führen.

Nach einem Überfall und einer Geschichte aus der Vergangenheit ihres Vaters ist nur noch eine Frage wichtig: Wird sie ihren Traum erfüllen können.

 

Wie bist du auf die Idee gekommen?

 

Die Idee trage ich schon fast 20 Jahre mit mir rum. Im Laufe der Zeit wurde sie immer konkreter. Auslöser war wohl die Erinnerung daran, als ich mit 16 Jahren meinen besten Freund durch einen schrecklichen Verkehrsunfall verloren habe. 

 

Was bringt dir das Schreiben persönlich?

 

Es hat mich ein großes Stück selbstbewusster gemacht. Und es hat mir die Angst vor dem Gedanken genommen, dass ich mit fast 70 Jahren nichts mehr schaffen kann, weil doch sowieso bald alles vorbei ist. Da ich nun das Gegenteil kenne, habe ich mich als Selfpuplisher selbstständig gemacht und bin fest davon überzeugt, noch einiges zu schreiben.  

 

Du hast nun mit fast 70 Jahren deinen ersten Roman veröffentlicht. Geschrieben hast du aber schon länger. Wie bist du zum Schreiben gekommen? 

 

1996 hatte ich einen ersten Hörsturz und kam in die HNO-Klinik. Professor Schröder machte mir klar, dass ich in meinem Leben etwas ändern müsste. Zu der Zeit war ich neben meinem Beruf noch als Handballtrainer tätig. Er fragte mich, ob ich gerne schreibe. Das konnte ich bejahen, denn in der Schule hatte ich gerne Aufsätze geschrieben und auch gute Noten bekommen. So meinte er, dann fangen sie wieder an. Ich nahm ihn ernst und bei der VHS an einem Schreibkurs bei Frau Taupitz teil. Dabei hatte ich das Glück, in eine sehr sympathische und engagierte Gruppe zu kommen, in der das Schreiben viel Spaß machte. So entstanden die ersten Gedichte und Texte.  

 

Wie gehst du beim Schreiben vor? Setzt du dir Schreibziele? 

 

Da ich ja schon im Ruhestand bin, habe ich den Luxus, dass mir der ganze Tag zum Schreiben zur Verfügung steht. Meine Schreibziele bestehen in der Regel darin, morgens zwei Stunden und nachmittags zwei Stunden zu schreiben. Oft kommt dann abends noch eine Stunde dazu. Die restliche Tageszeit nutze ich für Emails, Internet, Lesen und natürlich private Dinge.

 

Hast du Rituale oder Herangehensweisen, die dir dabei helfen, ins Schreiben zu kommen?

 

Natürlich beherzige ich den Ratschlag, viel zu lesen. Bevor ich morgens mit Schreiben beginne, schreibe ich einen kurzen Text aus einem Buch mit der Hand ab. Danach schreibe ich mit der Hand sofort weiter an meinem eigenen Text, den ich dann in den Computer übertrage. Dabei kann ich dann schon die ersten Korrekturen vornehmen. Oftmals läuft im Hintergrund leise Instrumental- oder klassische Musik. 

 

Du planst deine Romane. Welche Methode nutzt und welche Vorteile hat das Planen für dich?

 

Beim Planen kommt bei mir der „Beamte durch“. Ich muss die Handlung schon sehr genau plotten. Die ideale Methode ist für mich die „Schneeflockenmethode“ von Randy Ingermanson, die auf 10 Schritte aufgebaut ist. Es fängt mit je einem Satz für die 5-stufige Struktur an und wird dann weiter bis auf eine Seite je Struktur erweitert. So weiß ich schon ziemlich genau, wie meine Handlung ausschaut. 

Den ersten Band von Katharina habe ich noch in Word geschrieben. Dann habe ich durch Zufall das Schreibprogramm „Patchwork“ entdeckt. Und als ich dann noch sah, dass man dort auch mit der „Schneeflockenmethode“ plotten kann, war das für mich das ideale Schreibprogramm. Die weiteren Bände werden jetzt damit geschrieben. Auch kurze Texte kann man dort sehr gut schreiben.  

 

Wie gehst du bei der Entwicklung deiner Figuren vor? Hast du eine bestimmte Vorgehensweise?

 

Anhand eines Figurenblattes versuche ich die wichtigsten Dinge meiner Hauptfiguren zu entwickeln. Das bewahrt mich davor, wichtige Details meiner Figur zu verwechseln oder zu vergessen. Meine Nebenfiguren plane ich nicht besonders. Da notiere ich nur die für die Handlung wichtigsten Details. 

Auch da muss ich wieder „Patchwork“ hervorheben, das wirklich ein sehr ausführliches Figurenblatt anbietet. 

 

Du schreibst bereits am zweiten Teil von „Katharina“. Worum geht es und wann wird es erscheinen?

 

Der zweite Band spielt zu einem großen Teil in Schweden, wohin Katharina zu ihrer Freundin gereist ist. Dabei gefährdet eine große Liebe Katharinas Traum und auch die Annäherung zu ihrem Vater.

Leser, die den ersten Band schon kennen, sagen mir, sie könnten es kaum erwarten, den zweiten Band zu lesen. Ich habe mir vorgenommen, dass er bis Ende Oktober, spätestens Anfang Dezember erscheint. Und der dritte Band sollte dann bis zum Frühjahr 2020 fertig sein. 

 

Welche drei Tipps würdest du Schreibanfängern geben? 

 

Ich bin ja selbst noch Anfänger und lerne immer noch mehr dazu. Aber die drei wichtigsten Dinge sind für mich:

  1. Hab keine Angst vor der Aufgabe und vor Kritik. Sie bringt dich auf jeden Fall weiter und macht dich selbstbewusster.
  2. Der erste fertige Text ist nur eine Übung. Scheue dich nicht vor der dritten, vierten oder fünften Überarbeitung. Erst die bringt deinen Text zum Glänzen. 
  3. Lass Dein Buch immer professionell begleiten. Damit meine ich das Lektorat, das Korrektorat, das Cover und den Buchsatz. 

 

Wo können dich deine Leser im Internet finden?

 

Meine Homepage www.achim-wiederrecht.de wird gerade neu gestaltet.

 

Von Beginn an bin ich unter meinem Namen bei Facebook.

 

Seit der Buchveröffentlichung bin ich unter meinem Namen auch bei Instagram: @achimwiederrecht

 

Meine Email-Adresse ist: hjwieder@web.de.

 

 

 

Liebe Denise, dies war mein erstes Interview. Die Beantwortung Deiner Fragen hat mir sehr viel Freude gemacht. Dafür danke ich Dir ganz herzlich und wünsche Dir persönlich weiterhin viel Erfolg für Deine Projekte. 

 

Fotos: (c) Achim Wiederrecht

 

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