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Autoreninterview mit Roy Jacoby

Roy Jacoby, 52, aus Berlin, arbeitet als IT-Administrator in einer großen Hausverwaltung. Er hat den Psychothriller, Der beste Freund, Anfang März diesen Jahres veröffentlicht. Er ist nebenberuflich Autor, würde es aber gerne schaffen, eines Tages hauptberuflich Psychothriller und Thriller zu schreiben. Er ist 36 Jahre mit seiner Frau zusammen, hat eine 29-jährige Tochter und zwei Dalmatiner und lebt vergnügt am Rande von Berlin in einem kleinen Häuschen.

(c) Roy Jacoby
(c) Roy Jacoby

Lieber Roy, du hast erst im Juli 2018 mit dem Schreiben begonnen und nicht einmal ein Jahr später deinen ersten Psychothriller „Der beste Freund“ veröffentlicht. Das ist eine tolle Leistung!
Würdest du kurz erzählen, worum es in deinem Thriller geht?

 

Es geht um zwei Freunde, Rick und Sebastian, die unterschiedlicher nicht sein können. Diese Freundschaft gerät ins Wanken, als Rick mit ansehen muss, wie Sebastian eine Frau in seiner Küche umbringt. Nach dem Motto, "Es kann nicht sein, was nicht sein darf", verdrängt Rick das Gesehene und stempelt es als einen seiner Träume ab. Doch immer mehr Indizien, zeigen ihm auf, dass es vielleicht doch wahr sein könnte. Mit niemanden kann er darüber sprechen, nicht mit seiner Freundin Carola, die er erst seit kurzem kennt und deren beste Freundin die wahrscheinlich getötete Frau ist, noch mit seiner Mutter, die sich gerade auf Kreuzfahrt befindet. Tja, und dem besten Freund schon gar nicht, da er ja scheinbar ein Mörder ist. Als letzter Rettungsanker erscheint ihm der Gang zu einer Psychologin. Doch ab dem Moment geht der Wahnsinn richtig los.

 

 

 

 

Was für eine tolle Story! Wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen? 

 

Im Juli 2018, las ich einen Fitzek Thriller und war nicht nur vom Werk selbst begeistert, sondern auch von seiner Danksagung, in der er ja immer auch etwas aus seinem Autorenleben einfließen lässt. Das hat mich so fasziniert, da seine Denkweise in vielen Fällen ähnlich der meinen war, so dass ich beschloss, das selbst mal zu probieren. Was soll ich sagen, es war, als wäre ich mit meiner Kreativität endlich angekommen. Meine Ideen, Fantasien, hatten endlich ein Zuhause. Es war auch, als wenn jemand den Schlüssel zu meinem Kopf gefunden hat und ihn auch benutzte. Anders kann ich mir nicht erklären wie von da an, wo ich den Entschluss gefasst habe, ein Buch zu schreiben, sofort die Idee, der Titel und sogar der erste Satz da waren. Nachdem ich ein paar Seiten geschrieben hatte, zeigte ich es Freunden und die waren sofort begeistert und konnten es nicht richtig fassen, da sie nicht ahnten, dass mir das Schreiben liegt. Und dann nahm alles seinen Lauf. Als ich dann im März das Buch zum ersten Mal in der Hand hatte, wäre ich beinahe zusammengebrochen vor Freude. Es ist für mich immer noch nicht richtig fassbar, schon gar nicht wenn fremde Menschen einfach so dieses Buch kaufen und sagen, dass sie es sehr gut fanden. Vollkommen surreal.

 

Wie hast du dir das Schreiben beigebracht? Hast du Kurse besucht?

 

Ich glaube die Grundbasis, und da werden wahrscheinlich die meisten Autoren meine Meinung teilen, ist, dass man liest, viel liest. Das habe ich, seit ich mit der Schule begonnen habe, getan. Ja auch mit Taschenlampe unter der Decke. Ganz am Anfang dachte ich, man braucht Talent um zu schreiben, aber nach dem ich die ersten Schreibratgeber gelesen hatte, wusste ich, dass ist hauptsächlich ein Handwerk, dass man erlernen kann. Dort steht sogar der Satz, Jeder kann schreiben, was für mich ein kleiner Schock war, da ich dachte, oh, ich habe ein bisher nicht gekanntes Talent dafür. Und so ist jetzt mein Weg, immer weiter das Handwerk zu lernen, weiter lesen, lesen, lesen, dafür jetzt analytischer, und schreiben, schreiben, schreiben.

 

Setzt du dir Schreibziele? Welcher Art?

 

Ja, das tue ich immer wieder, aber bis jetzt habe ich noch keins der Ziele erreicht. Die Art der Ziele ist sehr vielseitig. Ich will eine bestimmte Wortanzahl schaffen, ich will zu bestimmten Zeiten schreiben, ich will eine bestimmte Anzahl an Bücher herausbringen usw. Zum Schreiben gehört Disziplin und an der mangelt es mir. Es ist so unsexy, strukturiert an den Schreibprozess zu gehen, aber ich weiß 100%tig ohne Disziplin, ohne Struktur, kann man nicht erfolgreich werden.

 

Wie hast du es geschafft, deinen Thriller als Erstautor in so kurzer Zeit zu schreiben? Welche Strategien hast du angewandt?

 

Wenn Strategien, dann eher unbewusst. Ich habe mich motiviert mit den Erfolgsgeschichten anderer Autoren, ich habe diese regelrecht aufgesogen. Dann wollte ich es allen zeigen, denn die, die mich kennen, wissen aus Erfahrung, ich habe noch nie etwas zu Ende gebracht, also im kreativen Bereich. Meiner Frau gilt auch ganz großen Dank, denn sie hat mir den Rücken freigehalten, so klischeemäßig es sich auch anhört. Dann gab es ganz viele Leute in meinem Umfeld, die an mich geglaubt haben und mich in meinen Zweifelphasen (und davon gab es sehr, sehr viele) immer wieder angetrieben haben. Ganz entscheidend war auch meine Lektorin Cookie Elerdahl, die alles für mich war, Lektorin, Ratgeberin, Freundin und Schreibhandwerk-Lehrerin. Im Nachhinein bin ich selber sprachlos, dass es so schnell ging.

 

Hast du Rituale oder Herangehensweisen, die dir dabei helfen, ins Schreiben zu kommen?

 

Da bin ich immer noch am Experimentieren. Auch da sauge ich immer auf, was ich von den Großen der Autorenszene so erfahre. Da kann ich mal die wunderbare Melanie Raabe nennen, nicht nur, weil sie eine meiner Heldinnen ist, Die Falle von ihr finde ich, sollte man als Anschauungsmittel nehmen, wie ein richtig guter Psychothriller aussehen muss, sondern weil sie jetzt auch einen Podcast hat, der so inspirierend ist. Unter anderem wird dort von Ritualen und Herangehensweisen gesprochen. Ich weiß nur, ich muss daran dringend arbeiten, sonst kann ich kein Erfolg haben. Ich brauche Struktur und Disziplin.

 

Planst du oder schreibst du deine Romane einfach drauflos?

 

 

Ich schreibe darauf los. Eine Grundidee ist vorhanden. Viele Szenen sind vorhanden. In meinem Psychothriller, Der beste Freund, habe ich erst ziemlich zum Schluss angefangen zu plotten, um nicht in die totale Unlogik zu verfallen. Die Geschichte, die Figuren entwickeln sich mit dem Schreiben. Ich muss da nur aufpassen mich nicht zu verzetteln, da ich sonst meine Thriller mit Ideen überfrachte. Ich glaube, planen könnte ich nie. Dann ist da keine Dynamik mehr drin, weder in der Geschichte noch im Schreibprozess.

 

Wie gehst du bei der Entwicklung deiner Figuren vor? Hast du eine bestimmte Vorgehensweise?

 

Das ist noch ein ziemliches Problem bei mir. Die Entwicklung der Figuren fällt bei mir immer etwas hinten herunter, wenn es nicht der Spannung dient. Auch da habe ich Angst mich zu verzetteln. Angst davor, dass es dann kein Thriller mehr ist, sondern eher ein Roman. Dieses Problem hatte ich extrem beim Freund. Der fing bei mir vollkommen anders an, als wie er jetzt herausgekommen ist. Die ersten Testleser meinten, das ist doch kein Thriller, so wie es anfängt. Das genau war mein eigentlicher Plan. Ich wollte anfangen, mit einer ganz normalen Alltagsgeschichte und dann mit einem Mal das Grauen über den Protagonisten fallen lassen. Die Idee oder die Philosophie hinter meinen Geschichten soll immer sein: Was würde man als ganz normaler Alltagsmensch machen, wenn man aus dem Nichts mit etwas Unvorstellbaren konfrontiert wird? Wächst man am Konflikt oder zerbricht man daran?

 

Was ist das Besondere an deinem Protagonisten „Rick“? 

 

Dass er ein Mensch wie du und ich ist. Nichts Besonderes, kein Held. Eher einer mit Selbstzweifeln, unsichtbar. Doch was passiert mit ihm, wenn er mit etwas Unvorstellbaren konfrontiert wird und seine heile Welt zu zerbrechen droht? Im Fall von Rick werden zuerst die Selbstzweifel größer, nach dem Motto Es darf nicht sein, was nicht sein darf. Als alles über ihn zusammen zu brechen droht, muss ihm klar werden, dass er sich nur selbst helfen kann. So wie im »richtigen« Leben. Jeder ist seines Glückes Schmied, niemand anderes als man selbst, kann einem helfen.

 

Stichwort Marketing: Was ist dein persönlicher Marketingtipp, der dir hilft, dich und deine Bücher bekannt zu machen? 

 

So abgedroschen es auch klingen mag, Authentizität ist das Zauberwort. Finde deine eigene Stimme, deinen eigenen Stil. Lass dich gerne von Anderen inspirieren, aber ahme niemanden nach! Sei du selbst. Aber das macht glaube ich nur 50% aus. Die anderen 50 % sind Glück und zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Auch wenn mir vielleicht manche böse sind mit der Behauptung, die ich jetzt aufstelle, aber ich glaube, es ist großer Quatsch, zu sagen, ein gutes Buch findet automatisch seine Leser. Wenn ich das noch so richtig in Erinnerung habe, kommen jährlich 80.000 Bücher in Deutschland raus. Warum sollte man ausgerechnet dein Buch sehen, wenn du dich nur darauf verlässt, ein gutes Buch geschrieben zu haben? Der Autor muss zu einer Marke werden, sich vor seinem Buch stellen und laut brüllen, seht her hier bin ich und ich habe ein Buch geschrieben.

 

Schreibst du gerade an einem neuen Buch? Worum geht es und wann wird es erscheinen?

 

Ja ich schreibe gerade an dem Thriller, Sie haben es geschworen. Es ist die Eröffnung einer Reihe rund um den Protagonisten Leroy Johnson. Ein Typ, der sehr viel Potenziel hat, eine ganze Reihe von Thriller zu tragen. Er ist dunkelhäutig, er war früher in einer Spezialeinheit der Bundeswehr in Afghanistan, der Task Force 47, ist jetzt Personaltrainer, ist verheiratet und hat eine Tochter. Diese Thriller-Reihe wird ganz anders als meine Psychothriller sein. Hier wird es nicht so viele Wendungen und Rätsel geben, sondern hoffentlich eine tolle Geschichte, etwas Action und viel Spannung. Mehr möchte ich noch nicht darüber preisgeben, da ich noch voll im Schreibprozess bin und noch nicht endgültig weiß wie die Geschichte ausgehen wird. Es wird hoffentlich sehr emotional und eben sehr spannend.

 

Wo können dich deine Leser im Internet finden?

 

Da gibt es viele Möglichkeiten und ich versuche auch, alle Möglichkeiten zu füttern.
Zum Ersten meine Internetseite und dann die für mich wichtigsten Social Media Plattformen, Instagram, Facebook und Twitter. Zu guter Letzt die Autorenseite auf Amazon. Nachfolgend alle Links.

 

 

https://royjacoby-autor.de/
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