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Warum angehende Autoren Kurzgeschichten schreiben sollten

 

Hin und wieder höre ich von angehenden Autorinnen und Autoren Einwände und Vorbehalte, Kurzgeschichten zu schreiben, beispielsweise: 

  • Das Schreiben von Kurzgeschichten hält mich auf. Kurzgeschichten sind Zeitverschwendung.
  • Kurzgeschichten kann man als unbekannter Autor doch nicht an Verlage verkaufen. Verlage nehmen doch nur Kurzgeschichten von renommierten Autoren.
  • Kurzgeschichten werden doch nur von wenigen Menschen gelesen.
  • Ich will gar nicht an Wettbewerben teilnehmen. Warum sollte ich also Kurzgeschichten schreiben?

 

Es gibt aber durchaus Gründe, weshalb das Schreiben von Kurzgeschichten sinnvoll ist und Spaß macht:

 

  • Wenn ihr Kurzgeschichten schreibt, arbeitet ihr automatisch an eurer „Schreibstimme“: Denn nur durch Übung wird sich eure Stimme bilden. Der Vorteil des Schreibens von Kurzgeschichten ist, dass ihr mit verschiedenen Schreibstilen spielen und dadurch Einfluss auf eure Schreibstimme nehmen können. Experimentiert, welcher Schreibstil zu euch passt! Schreibt heute wie Nora Roberts, morgen wie Peter Härtling, übermorgen ohne Vorbild.
  • Wenn ihr Kurzgeschichten schreibt, könnt ihr verschiedene Genres ausprobieren: Horror, Science Fiction, Kriminalgeschichten, Liebesgeschichten, Thriller, Abenteuer, historische Geschichten, etc. Habt Mut zum Experimentieren!
  • Das Schreiben einer Kurzgeschichte verursacht weniger Druck, die Angst vor dem Versagen begleitet euch - wenn überhaupt – nur kurz. Also traut euch das Experimentieren zu. Und wenn euch nicht gefällt, was ihr etwas geschrieben habt - dann legt es beiseite und beginnt eine neue Kurzgeschichte.
  • Das Schreiben eines Romans ist hart: mitunter kann es Jahre dauern, bis ihr das gedruckte Werk in den Händen haltet. Eine Kurzgeschichte dagegen schreibt ihr in wesentlich kürzerer Zeit. So stellen sich die Erfolge schneller ein und eurer Selbstbewusstsein als Autor/in wird größer.
  • Würdet ihr sofort mit einem Marathon starten, wenn ihr gerade erst mit dem Joggen begonnen habt? Ganz sicher nicht! Warum also mit einem Buch beginnen, wenn ihr noch ganz am Anfang steht? Das Risiko, das Schreiben bereits nach wenigen Seiten aufzugeben, ist groß, der Traum vom eigenen Buch schnell geplatzt. Startet deshalb mit Kurzgeschichten unterschiedlicher Länge: erst 500 Wörter, dann 1.000 Wörter, dann vielleicht schon 2.500 Wörter. Der Erfolg stellt sich schnell ein, ihr übt und experimentiert. Der Schritt von einer längeren Kurzgeschichte zum Buch fällt euch schließlich nicht mehr so schwer.
  • Diesen Gedanken haben viele: Wer Kurzgeschichten schreibt, schreibt für die Schublade. Doch warum denn das? Sammelt Kurzgeschichten und bietet sie später einem Verlag an bzw. publiziert sie selbst! Oder veröffentlicht eure Geschichten in Printmagazinen! Es gibt zahlreiche Möglichkeiten.

 

  • Kurzgeschichten zu schreiben fühlt sich einfach gut an: Ihr habt ein Ziel, das ihr garantiert erreicht, wenn ihr es mit dem Schreiben Ernst meint! Der ganze Schreib- und Revisionsprozess dauert nur wenige Tage oder Wochen, keine Monate oder Jahre wie bei einem Roman.