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Tipps für Romanautoren: 6 Methoden für lebendigere Figuren

Ein Roman steht und fällt mit seinen Figuren. Figuren, die zu glatt, zu statisch wirken, hinterlassen keinen Eindruck bei den Lesern. Eine Figur muss Tiefe haben, lebendig sein. Die Leser wollen mit der Figur leiden, sich mit ihr freuen und das Gefühl haben, dass es diese Figur tatsächlich gibt.

Eine Figur wirkt umso lebendiger, desto mehr sich der Autor mit ihr beschäftigt und sich bemüht, jede einzelne Schicht von ihr kennenzulernen.

Es gibt einige Methoden, die dabei helfen, seine Figuren zu erkunden, wie beispielsweise diese sechs:

 

1. Die Checkliste – Gut, dieser Tipp ist ein klassischer, aber dennoch sollte er nicht unerwähnt bleiben. Nutze eine Checkliste bzw. einen Fragebogen, um deine Figur von Grund auf kennenzulernen. Die meisten Schriftsteller (z. B. Elisabeth George, Barbara Noack) nutzen diese Methode, um sich ihren Figuren zu nähern. In vielen Schreibratgebern findet man solch allgemeine Fragen, mit denen man sich auseinandersetzen kann. Fragen wie diese:

  • Wie sieht sie aus? (Geschlecht, Alter, Physis, Augenfarbe, Haarfarbe, Kleidung, besonderes Merkmal)
  • Hat deine Figur ein besonderes Merkmal?
  • Was ist die charakteristischste Eigenschaft deiner Figur?
  • Was motiviert deine Figur?
  • Wie sieht ihre soziale Position aus? (Bildung, Beruf, gesellschaftliche Stellung heute und früher, soziale Beziehungen)

Die Liste der Fragen lässt sich beliebig fortsetzen.

 

2. Erzähl mir etwas!– Lass deine Figur selbst aus ihrem Leben erzählen. Mit Hilfe dieser Übung lernst du, deiner Figur eine eigene Stimme zu geben, sich in sie einzufühlen. Folge deiner Intuition und sei gespannt, was dein Charakter ausplaudert. Stelle ihm Fragen, die in seine Seele blicken lassen, zum Beispiel:

  • Wie stehst du/stehen Sie zu Gott?
  • Wie sieht dein/ihr Liebesleben aus?
  • Was ist dein/Ihr Lebensziel?
  • Wer ist deine/Ihre beste Freund/in und warum?
  • Wer ist deine/Ihre Feindin und warum?
  • Wie war deine Kindheit?

3. Visualisieren – Visualisiere, wie deine Figuren in den Szenen auftreten. Schließe  dazu die Augen und stell dir die Figur in der Szene vor, die du gerade schreibst oder überarbeitest. Nutze dabei all deine Sinne, um diese Szene möglichst genau vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Höre zu, wie deine Figuren miteinander sprechen, beobachte, wie sie sich bewegen und achte dabei auch auf Handbewegungen sowie die Mimik.

Wer im Visualisieren noch nicht geübt ist, wird am Anfang möglicherweise etwas Zeit brauchen, um Bilder vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Übung macht den Meister!

 

4. Einfühlen–  Leiden und freue dich mit deiner Figur. Schließe auch bei dieser Methode die Augen und fühle dich in deine Figur ein. Erlebe selbst, wie es sich anfühlt, wenn deine Protagonistin von ihrem Mann verlassen wird. Oder wie sie leidet, wenn ihre Katze verschwunden ist. Wie fühlt sich deine Figur, wenn sie im Lotto gewinnt? Achte beim Einfühlen auf die Körperreaktionen: Welcher Körperbereich spannt sich an, wenn man wütend ist? Was passiert, wenn man herzzerreißend lacht?

 

5. Show don’t tell – Schreibe nicht darüber, wie eine Figur ist, sondern zeige es. Beispiel: Anstatt „Tina hasst Leon.“ zu schreiben, solltest du Tina entsprechend handeln lassen. Frage dich zu Beginn: Was tut jemand, der hasst? Wie behandelt er Menschen, die er hasst? Wie weit würde jemand in seinem Hass gehen? Wie weit würde deine Figur gehen?

 

6. Auf Tour – Deine Figur ist Lehrerin oder Bestatterin? Oder arbeitet deine Figur als Chemiker? Wenn du selbst keine eigenen Berührungspunkte mit dem Beruf deiner Figur hast, ist es empfehlenswert, diesen näher kennenzulernen. Trau dich und sprich Menschen an, die denselben Beruf ausüben wie deine Figur. Vielleicht hast du das Glück und darfst diese Menschen an ihrem Arbeitsplatz besuchen? Beobachte sie, stelle Fragen und nutze die Gelegenheit, um mögliche Besonderheiten dieser Menschen herauszufinden.

 

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Der Artikel ist bereis in der Qwertz 04/2017 (Mitgliedermagazin des BVjA) erschienen.

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